01.12.2011
Klimakonferenz in Durban
Gebhart: Staatsschuldenkrise und Klimawandel zwei Seiten der gleichen Medaille
Der Bundestagsabgeordnete Dr. Thomas Gebhart (CDU) hat heute vor dem Plenum des Deutschen Bundestages seine Erwartungen an den Klimagipfel im südafrikanischen Durban dargelegt und darauf gedrängt, aus den Fehlern, die zur Staatsschuldenkrise führten, zu lernen.
„Ist es nicht grotesk, dass die Warnungen vor den Folgen des Klimawandels so stark wie nie waren, die Erwartungen an den Gipfel aber dennoch mäßig sind?“ fragte er zu Beginn seiner Rede. Gebhart, der als Delegationsmitglied in der nächsten Woche nach Südafrika reisen wird, sieht zu den internationalen Verhandlungen keine Alternative. Der Klimawandel sei ein globales Problem, auf das globale Antworten gefunden werden müssten. „Die Herausforderung ist nur zu lösen, wenn die Staaten der Welt unter dem Dach der Vereinten Nationen kooperieren.“
Nach Ansicht Gebharts müssen auf dem Gipfel deshalb zumindest die Grundlagen für ein rechtsverbindliches Abkommen mit einer Festschreibung des 2 Grad-Ziels und Mengenbegrenzungen für die Treibhausgasemissionen geschaffen werden. Deutschland stehe zu seinen ambitionierten Zielen im eigenen Land, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent zu reduzieren. „Dies ist Teil unserer Verantwortung, wir leisten unseren Beitrag.“
Gebhart machte aber zugleich deutlich, dass die Verhandlungen alleine das Problem nicht lösen könnten. Vor dem Hintergrund der weiter wachsenden Weltbevölkerung und des berechtigten Strebens von immer mehr Menschen nach Wohlstand werde die Nachfrage nach Ressourcen und Energie weiter steigen. „Die Herausforderung besteht darin, Wachstum und Wohlstand künftig miteinander in Einklang zu bringen.“
Der Schlüssel liegt für Gebhart deshalb in technologischen Innovationen im Bereich der Effizienztechnologien und der erneuerbaren Energien. Deutschland mache sich mit dem Umbau seiner Energieversorgung auf den Weg. Die Welt schaue auf Deutschland und wolle wissen, wie der Weg zu einer nachhaltigen Energieversorgung hierzulande vonstatten geht. „Je besser uns der Umbau gelingt, desto attraktiver wird der Weg für andere, auch weil sie erkennen, dass sich daraus wirtschaftliche Chancen ergeben können,“ skizzierte Gebhart, wie andere Länder für mehr Klimaschutz gewonnen werden können.
Zum Schluss der Rede machte Gebhart darauf aufmerksam, dass der Klimawandel zur Zeit durch die Staatschuldenkrise in der öffentlichen Wahrnehmung in den Hintergrund gedrängt würde. Die Staatsschuldenkrise und der Klimawandel sind nach Ansicht Gebharts aber zwei Seiten der gleichen Medaille. „Sie haben die gleiche Ursache, nämlich, dass ein Teil unseres Wohlstandes von heute zu Lasten künftiger Generationen geht.“ Wenn die Schuldenkrise uns eines lehren müsste, dann wäre dies, frühzeitig den Weg zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise zu gehen und nicht erst zu reagieren, wenn es unvermeidlich sei. „Die Anpassung ist dann umso härter,“ so der südpfälzische Abgeordnete.
Sein Credo lautet deshalb, als deutsche Delegation möglichst viele zu überzeugen, die Herausforderung jetzt gemeinsam anzugehen. Der Redebeitrag kann unter dbtg.tv/vid/17/146/7/7 abgerufen werden.







