29.06.2011
Südpfalzforum mit Thomas Gebhart zum Internationalen Jahr der Wälder
Der südpfälzische Bundestagsabgeordnete Dr. Thomas Gebhart (CDU) hat bei seinem Südpfalzforum in Birkenhördt im Internationalen Jahr der Wälder das Thema Wald in den Blick gerückt. Beim Südpfalzforum beleuchteten die Referenten – die Forstamtsleiter Stefan Asam (Annweiler) und Wolfgang Wambsganß (Forstamt Haardt in Landau), Landrat Dr. Fritz Brechtel (Kreis Germersheim), die Landtagsabgeordnete Christine Schneider (CDU) und der Justitiar Dietmar Seefeldt (Forstverwaltung Neustadt) – aus unterschiedlichen Gesichtspunkten die heutige und künftige Rolle des Waldes.
Gebhart stellte zu Beginn die wichtige Rolle des Waldes als Lebens-/Erholungsraum, Wirtschaftsfaktor und Ressource dar. Stefan Asam betonte die Notwendigkeit, die Ressourcennutzung auch künftig streng an der Nachhaltigkeit zu orientieren. Angesichts der weiter steigenden Nachfrage nach Energieholz seien vor allem wirksame Maßnahmen zur Energieeinsparung und -effizienz gefragt. Wolfgang Wambsganß fokussierte in seinem Beitrag den Aspekt der Naherholung, der ein entscheidender Faktor in der Region ist. Dabei ist es von entscheidender Bedeutung, ökologische, forstwirtschaftliche und touristische Belange miteinander in Einklang zu bringen. Landrat Brechtel hat anschließend am Fallbeispiel Naturschutzgroßprojekt „Bienwald“ die Bedeutung des Waldes als Lebensraum thematisiert. Der Bienwald zeichnet sich durch seine Strukturvielfalt aus und ist Lebensraum für viele seltene Tier- und Pflanzenarten. Mit dem Bienwaldprojekt werden der Erhalt, die Entwicklung und das behutsame Erleben dieser einzigartigen Landschaft sowie das beispielhafte Miteinander der verschiedenen Waldnutzergruppen gefördert.
Christine Schneider referierte zum Thema Jagd und verdeutlichte, dass die Jägerschaft sich heute in einer Gesellschaft behaupten muss, die sich in zunehmendem Maße der Natur entfremdet und oft keinen direkten Kontakt zur Jagd mehr haben. Der Kontakt zwischen Jäger und Bevölkerung muss intensiviert werden. Jagdliche Nutzung des Waldes steht nicht in Konkurrenz zur touristischen und wirtschaftlichen Nutzung des Waldes. Vielmehr sind Waldbesitzer, Jäger und Forstnutzer Partner, die konstruktiv und auf Augenhöhe miteinander umgehen müssen. Als Beispiel nannte die Abgeordnete den Rotwildpool in den Revieren des Landauer Stadtwaldes.
Abschließend zeigte Dietmar Seefeldt einige rechtliche Entwicklungen auf, die sich aus der heutigen veränderten Nutzung des Waldes im Vergleich zur Vergangenheit ergeben haben. Während früher der Wald fast ausschließlich unter forstwirtschaftlichen Aspekten betrachtet wurde, bringt die heutige stärkere Nutzung als Erholungsraum auch andere rechtliche Verpflichtungen hervor. Dazu zählt etwa die Verkehrssicherungspflicht, der nunmehr verstärkt nachzukommen ist, in dem bestimmte Sicherungsmaßnahmen ergriffen werden müssen, um die Waldbesucher zu schützen.







