Hochwasser am Rhein: Gebhart fordert Untersuchungen und Nachbesserungen beim Polder Neupotz

12. Januar 2018

Der südpfälzische Bundestagsabgeordnete Dr. Thomas Gebhart (CDU) fordert Nachbesserungen beim Hochwasserschutz für den Polder in Neupotz. Im Zusammenhang mit der Überflutung des ungesteuerten Polders bei Neupotz war es zu unvorhergesehenen Ansammlungen von Druckwasser außerhalb des gefluteten Bereichs gekommen. Bei einem Termin vor Ort machte sich Gebhart gemeinsam mit dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Jockgrim, Karl Dieter Wünstel, und dem Neupotzer Ortsbürgermeister Roland Bellaire ein Bild von den Auswirkungen des Hochwassers, das einige Tage zuvor den ungesteuerten Polder bei Neupotz erstmals vollflächig überflutete. 

Gebhart fordert nun von der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD), die für die Hochwasserrückhaltung im Bereich Wörth/Jockgrim/Neupotz zuständig ist, die Ereignisse zu untersuchen und insbesondere stärker als bisher auf die Erfahrungen der Anlieger zu setzen. „Die Flutung ist nicht vollständig wie geplant verlaufen. Die Ereignisse und Auswirkungen müssen untersucht werden“, stellt Gebhart fest.

Konkret fordert der Bundestagsabgeordnete von der SGD die Prüfung mehrerer Aspekte:

Vor allem sei wichtig, ein bestehendes Schöpfwerk (Scherfper-Schließe) nicht zurückzubauen, sondern in seiner Funktion zu erhalten. Nach einem Rückbau, wie er derzeit vorgesehen ist, könnten künftig bereits niedrigere Hochwasser als beim bisherigen baulichen Zustand zu Überflutungen des ungesteuerten Polders führen. „Der Polder soll hauptsächlich dann entlasten, wenn das Rheinvorland stromabwärts bereits komplett überflutet ist. Das war beim zurückliegenden Hochwasser aber nicht durchgängig der Fall“, berichtet Gebhart von den Gesprächen vor Ort.

Bei der Besichtigung des Geländes begutachteten Gebhart, Wünstel und Bellaire die in erheblichem Maße aufgetretenen Ansammlungen von Druckwasser im gesteuerten Bereich des Polders. Dieser Bereich hätte laut Planung trocken bleiben sollen. Wie Bürgermeister Bellaire schilderte, sei mit diesem Hochwasser zum ersten Mal eine weitreichend veränderte Druckwassersituation aufgetreten. So seien großflächige Druckwasserüberflutungen in Bereichen aufgetreten, an denen sich vor dem Polderbau kein Wasser sammelte. Typische Druckwassersammelpunkte liegen dagegen im Trockenen.

Gebhart begrüßt die seitens der SGD signalisierte Bereitschaft, aus der erstmaligen Flutung lernen zu wollen. Nachbesserungen sind aus Sicht des Abgeordneten in jedem Fall notwendig. „Es muss geklärt werden, wie es zu der unvorhergesehenen Druckwasserproblematik im gesteuerten Polder kommen konnte. Und es braucht Schlussfolgerungen sowohl für den möglichen Fall einer Flutung des gesteuerten Polderbereichs, als auch für die Entwässerung des gesamten Polders nach einer Flutung.“

Gebhart spricht sich zudem dafür aus, die Landwirte und Grundstückseigentümer zu entschädigen, deren Flächen im gesteuerten Polder unplanmäßig betroffen waren. Bei zunehemden Flutungen des Polders seien Wertverluste der Flächen nicht auszuschließen.  

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